Die Steilküste Stevns Klint

Die Steilküste Stevns Klint zeigt sich ebenso naturschön wie dramatisch. An einem klaren Sommertag färbt die Kreide des Meeresgrundes das Wasser azurblau, während die Steilküste weiß strahlt. Oben verleihen die Bäume der Szenerie eine grüne "Krone".

Im Reich des Küstenkönigs in Stevns

Die beeindruckenden und manchmal furchteinflößenden Kreidefelsen von Stevns haben zu allen Zeiten Faszination und wohl auch etwas Angst bei den Menschen ausgelöst. Früher sprach man der Steilküste mythische Kräfte zu. Der Sage nach regierte der Küsten- oder Steilküstenkönig, dän. Klintekongen, sowohl an Stevns Klint wie an Møns Klint. Der Küstenkönig galt als mächtige Person. Wenn er mit seinen vier schwarzen Pferden von Stevns Klint oder Møns Klint abfuhr, färbte sich das Meer schwarz und begann zu stürmen. Der Küstenkönig galt als Hüter der beiden Steilküsten und beschützte diese vor Seeräubern und anderen Feinden.

 

Stevns Klint – die Geologie

Die saubere, raue Natur fasziniert am meisten an Stevns Klint. Nicht ohne Grund ist Stevns Klint bei Geologen in der ganzen Welt für seine einmalige Geologie bekannt. Die Küstenpartie ist nämlich der einzige Ort auf der Erde, an dem man die Spuren der weltweiten Klimakatastrophe vor rund 65 Millionen Jahren finden kann. Damals änderte sich das Klima ganz plötzlich. Ein Polarklima setzte ein und das Meer verschwand. Rund 75 Prozent aller Tier- und 60 Prozent aller Pflanzenarten starben in dieser kalten Phase aus – darunter auch alle Dinosaurier. Heute sind die dünnen Fischlehm- oder Fischtonschichten einmalige Zeitzeugen. Bei Højerup ist diese Tonschicht etwa in der Mitte der Steilküste zu sehen.

Die Kreideschichten sind die ältesten Schichten der Steilküste. Sie entstanden vor etwa 70 Millionen Jahren. Hier wurden bereits Spuren von damals lebenden Haien und Krokodilen gefunden, die im Meer rund um Stevns Klint lebten. Wer nicht selbst das Glück hat, Spuren der Vergangenheit zu finden, sollte das Stevns Museum besuchen: seine Ausstellung zeigt unter anderem faszinierende Versteinerungen.

 

Wanderungen rund um Stevns Klint

Eine Wanderung – oder ein Teilstück – auf dem kleinen Weg zwischen Rødvig im Süden und Bøgeskov Havn sollten Sie unbedingt unternehmen – insgesamt sind es rund 20 Kilometer. Unterwegs erlebt man Stevns Klint von seinen verschiedensten Seiten. In den vergangenen Jahren hat ein Wanderfalke am Weg sein Nest gebaut – eine absolute Seltenheit. Dies ist zuletzt vor rund 50 Jahren passiert. Darüber hinaus kommt man an aufgegebenen Kreidebrüchen, am Leuchtturm Stevns Fyr sowie an Stevns Fort – dem Museum zum Kalten Krieg vorbei.

Der Wanderweg ist markiert. An Start- und Zielpunkt sowie an Startmöglichkeiten unterwegs sind Informationstafeln aufgestellt, die über Erlebnisse auf den einzelnen Teilabschnitten informieren.

 

Die alte Højerup Kirche an Stevns Klint

Ganz weit draußen, an der äußeren Kante von Stevns Klint liegt die alte Kirche von Højerup, Højerup Gl. Kirke. Das Gotteshaus stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Chorraum der Kirche stürzte 1928 ins Meer, nachdem ein Stück Küste abbrach. Die Sage erzählt, dass die Kirche in jeder Weihnachtsnacht einen kleinen Schritt weiter ins Inland rückt – doch dies reicht offenbar nicht, dem Klippenrand und der Ostsee zu entfliehen. Um zu verhindern, dass die Kirche ganz ins Meer fällt, wurde die Küste durch eine Steinmauer gesichert. Zusätzlich sollen Wellenbrecher im Meer Eingriffe des Wassers verhindern oder zumindest abmildern. Højerup Gl. Kirche ist tagsüber kostenlos geöffnet. Ein Besuch auf dem Balkon lohnt – von dort aus hat man einen weiten Blick auf Steilküste und Meer.

Unweit der Kirche führt eine Treppe hinunter zum Strand. Mit seinen vielen Sandsteinblöcken ist der Strand leider nicht besonders geeignet für längere Strandspaziergänge – doch die Aussicht von unten auf die Steilküste ist sehenswert. Die Anstrengung des Treppensteigens ist darum immer lohnend. Am schönsten zeigt sich die Küste von Højerup am Vormittag oder sogar am frühen Morgen: Bei Sonnenaufgang und anschließend, wenn die Sonne auf die Felsen scheint, zeigt sich die Natur hier von ihrer faszinierendsten Seite.

Stevns Klint ist Anwärter für die Aufnahme auf die Unesco-Welterbeliste 2013.

 

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Erleben Sie Stevns Klint vom Meer aus

Unternehmen Sie einen Schiffs- oder Angelausflug mit dem Kutter M/S Freia und erleben Sie Stevns Klint und Højerup Gl. Kirke vom Meer aus.

Entdecken Sie Stevns Klint an Bord der M/S Freia Stevns Klint fra M/S Freia

Stevnsfortet - Museum zum Kalten Krieg

In den Jahren 1952–54 wurde 18 Meter tief in den Kreidefelsen von Stevns eine atombombensichere Festung errichtet. Von hier aus wollte die Nato die südliche Einfahrt zum Øresund bewachen. Die Festung dient heute keinen militärischen Zwecken mehr. Dafür können Besucher im Rahmen einer Führung die 1,6 Kilometer langen unterirdischen Gänge inkl. Kommandozentrale, Munitionslager, Maschinenzentrale etc. erkunden.

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Seltene Pflanzen an Stevns Klint

Auf Stevns findet man seltene, unter Schutz stehende Pflanzen wie den Großen Sommerwurz. Dieser wird zwischen 30 und 60 cm groß und siedelt sich auf Arten wie Flockenblumen an. Wenn die Pflanze Mitte Juli bis August in Blüte steht, hat sie einen auffälligen großen, zitronengelben Stempel. Die Pflanze findet man häufig an Weiden und Waldrändern oder an gen Südwesten gewandten Hängen. So weit im Norden wie in Dänemark findet man den Großen Sommerwurz selten. Er kommt eigentlich nur auf Stevns sowie auf Samsø vor.